Kindergurtschlitten

Einer der überzeugenden Demonstrationen zur Verkehrsicherheit ist im Hinblick auf das Anschnallen im Fahrzeug der Aufprall eines Autositzes mittels einem sogenannten Gurtschlittens. Nach dem bekannten Aufruf „erst klicken dann Starten“ hat die Verkehrswacht im Rheinisch Bergischen Kreis zunächst mit einem großen Gurtschlitten, besetzt mit zwei Erwachsenen Personen, die angeschnallte Demonstration durchgeführt.

Diese bis zum Jahre 2000 vielfach durchgeführte Gurtschlittenaktion auf Verkehrsicherheitsveranstaltungen waren auf das Anschnallen im Fahrzeug

( damals noch nur vorne)  für Erwachsenen konzipiert. Zwei erwachsene Personen  auf den aufmontierten PKW Sitzen rollten etwa 5 Meter mit einer Endgeschwindigkeit von nur 11 Km / h gegen zwei starr befestigte Gummipuffer. Dabei bekamen die „Testpersonen“ einen Eindruck der Kräfte, die auf ihre Körper einwirkten.

Wer damals der Meinung war er brauchte sich auf kurzen Strecken oder in Wohngebieten mit Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht anzuschnallen wurde nach der „Talfahrt“ über die Grenzen der Physik belehrt.

 

 

Bei einem Aufprall von 50 Km/h wird eine Person von 75 Kg Körpergewicht doppelt so schwer und unangeschnallt durch die Windschutzscheibe geschleudert.

 

 

Durch diese Erkenntnis und den zahlreichen Untersuchungsergebnisse unter anderem auch bei der Bundesanstalt für Straßenwesen ( Bast ) in Bergisch Gladbach ist den meisten Erwachsenen die Dimensionen der Gewichtsverlagerung klar geworden. Ebenso hat die Erhöhung des Verwarnungsgeldes für das Nichtbefolgen der Gurtpflicht die Quote der Gurtanleger auf den vorderen PKW Sitzen deutlich erhöht.

Einer der Sorgenkinder zur Sicherheit im Fahrzeug sind jedoch die Personen die in Zusätzlichen Schalen,  Kindersitzen oder Sitzerhöhungen mit den unterschiedlichen Gurt Systemen in Fahrzeugen „gesichert“ werden sollen.

Aufgrund der Vielfältigkeit der Haltesysteme, die vorausgesetzte angepassten Körpergröße und das entsprechende Körpergewicht ist die Sicherheit bei vielen mitfahrenden Kinder nicht gegeben.

Aufgrund dieser Erkenntnisse und der oft festgestellten falschen Vorgehensweisen beim richtigen sichern setzt die Verkehrswacht im Rheinisch Bergischen Kreis einen Kindergurtschlitten ein. Dabei werden jedoch keine „Kinder als Testpersonen“ eingesetzt sondern eine Puppe ( Dummy ). 

 

 

Bei dem Einsatz von Kindergurtschlitten wird zunächst der Dummy auf dem Autositz mit der Sitzerhöhung oder dem Kindersitz und den entsprechenden Gurt Systemen begleitend angeschnallt.

Daran anschließend wird der weitere Vorgang erklärt und nur durch die Neigung der Kindersitz – Konstruktion bedingt auf seine 5 Meter lange Strecke gebracht. Dabei erreicht die gesamte Sitzkonstruktion einschließlich des Dummys eine Geschwindigkeit von 11 Km / h die gegen die am Kindergurtschlitten befindliche Gummipuffer aufprallt.

Dabei wird den erschrockenen Anwesenden, Kinder Eltern und anderen Interessierten  der Aufprall verdeutlicht wobei der Dummy, der Sitz und die gesamte Haltevorrichtungen in der anfänglichen Situation bestehen bleibt.

Nach dieser bei nur 11 Km /h verdeutlichten Ansicht werden die Anwesenden noch mal über die entsprechenden Anschnallformen von der Babyschale, Kindersitz bis hin zur Sitzerhöhung informiert.

Letztlich werden die Vorgänge des falschen bzw. nicht anschnallen erklärt und dann wieder auf den festgelegten Weg gebracht.

Dabei fliegt der nicht angeschnallte Dummy samt den entsprechenden Unterlagen weit vor dem Kindergurtschlitten nieder. Danach ist eine entsprechende Erklärung und angemessene Beschreibung der oft „traurigen“ Kinder dringend erforderlich. Ebenso sind die Anwesenden tief beeindruckt von dem „Flug“  der im Alltag weit über das Innenmaß der Fahrzeuge bis hin, bzw. durch die Frontscheibe mit den entsprechenden Verletzungen entstehen kann.

Das Demonstrationsobjekt  Kindergurtschlitten wird sowohl bei Veranstaltungen im

Rheinisch Bergischen Kreis, bei der Bast aber auch in Schulen und Kindergärten eingesetzt.

Die nach der Durchführung gemachten nachhaltigen Erfahrungen der anwesenden Personen ermutigen die Verkehrswacht im Rheinisch Bergischen Kreis auf ein richtiges und kontinuierliches Anschnallen der Kinder aber auch auf eine Sensibilisierung der Erwachsenen im Hinblich auf die Anschnallpflicht.